Spiel dauerte zehn Minuten zu lang

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Spiel dauerte zehn Minuten zu lang

Publié le 15 octobre 2017 par Werner Pelzer

Der Kelmiser Union klebt das Pech an den Füßen. Bis zur 82. Minute hatten die Grün-Weißen den Tabellenvierten Olympic Charleroi total in Schach gehalten. Doch dann unterliefen der Union zwei Flüchtigkeitsfehler im Strafraum, und schon war die 0:2-Niederlage perfekt.

„Das ist wirklich schade“, äußerte sich RFCU-Trainer Luc Sluysmans sichtlich enttäuscht. „Wir hatten bis zum Gegentor sehr gut gespielt und hatten sogar eine Chance, in Führung zu gehen. Das 0:1 resultiert aus einem kleinen Fehler, für den wir aber hart bestraft wurden“, so der Trainer weiter. Unter dem Strich, das muss man wirklich sagen, sahen die rund 150 Zuschauer keinen schönen Fußball. Beide Mannschaften spielten sich kaum Torchancen heraus. Dass die Gäste aus Charleroi solch eine magere Kost abliefern würden, das war schon überraschend. Von der Sluysmans-Elf konnte und musste man nicht mehr erwarten. Der Wille war da, und immerhin hatte die Heimmannschaft seinen viel besser platzierten Gegner gut im Griff.

Wo es bei der Kelmiser Union krankt, ist der Angriff. Mit Moussa Diallo, Charles Weber und Luca Napoleone hatten im Sommer drei starke Offensivspieler die Grün-Weißen verlassen. Und diese drei Spieler wurden nicht adäquat ersetzt. „Wir versuchen mit dem Kader, der uns zur Verfügung steht, so gut wie möglich zurechtzukommen“, so der Trainer. „Ich bin davon überzeugt, dass wir das Zeug haben, die Klasse zu halten. Natürlich wäre heute ein Punkt gegen den Tabellenvierten sehr wertvoll gewesen für die Moral. Noch spüre ich, dass alle an einen Strang ziehen. Und der Vorstand hat uns bis jetzt auch noch keinen Druck gemacht. Deshalb werden wir das einzige Mögliche in dieser Situation tun, nämlich bei jedem Training hart an uns arbeiten.“

Was in dieser schwierigen Lage wichtig ist, ist dass mit Dylan Biersard ein Langzeitverletzter wieder mit an Bord ist. Biersard hatte ein ganzes Jahr an einem Kreuzbandriss laboriert. Auch Cédric Lanckohr war wieder fit, so dass der Trainer praktisch auf seine beste Elf zurückgreifen konnte. Dass Sluysmans im Moment auf Jordan Tshimanga und Clovis Mamwanga verzichtet (beide saßen auch diesmal auf der Bank), ist eigentlich verwunderlich, denn in der Vorsaison gehörten diese beiden Spieler zum Stammpersonal. Beide wurden im Verlauf des Spiels eingewechselt, und Mamwanga war es auch, der zwei glasklare Torchancen hatte, aber beide Male am Torwart scheiterte. Als es schon nach einem torlosen Unentschieden aussah, gingen die Gäste in Führung. Nur ein kleiner Fehler in der Abwehr genügte, und der eingewechselte Laroussi Haddad Madere schoss die Doggen in Führung (82.). Die Heimmannschaft stemmte sich zwar noch gegen diese Niederlage, doch in der Schlussminute gelang dem gleichen Spieler auch noch das 0:2.

Kelmis: Dengis – Biersard, Servais (67. Mamwanga), Debra, Feugna Témou, Scopel, Tapsoba (77. Tshimanga), Datou, Adib, Andaloussi, Lanckohr

Charleroi: Moriconi – Gorry, Kalincik, Jatta, Barry, Manguza (74. Giorlando), Palmeri, Sarkic, Diakhaby (57. Henri), Vanhorik, Sidibe (63. Haddad Madere)

Schiedsrichter: Sanglier

Tore: 0:1 und 0:2 Haddad Madere (82., 90.)

Gelbe Karte: Scopel, Papsoba, Lanckohr, Barry